30. Juli 2009

Für rauhe Sommerwinde

Nach den schwülen 31° gestern wehte heute im Norden eine steife Brise. Es war nicht wirklich kühl, obwohl sich Hoch Helga so elegant verabschiedet hat, aber die Bäume in unserem Garten haben sich im Wind gebogen. Dazu ein paar kräftige „Land unter“-Schauer und mir war nach einer warmen Suppe.

Dass es eine Zucchinisuppe werden würde, brauche ich nicht zu erwähnen, oder? Die Rezepte in den einschlägigen Kochforen haben mich allerdings nicht vom Hocker gerissen. Hier also meine Version: eine groooße Zucchini und zwei Kartoffeln waschen bzw. schälen und würfeln (die Kartoffeln sehr klein würfeln, dann werden sie schneller weich). Zwei Knoblauchzehen klein hacken. Zuerst den Knoblauch, dann auch Zucchini und Kartoffeln in einem Topf in etwas Sonnenblumenöl andünsten, mit ca. 300 ml Gemüsebrühe aufgießen und auf niedriger Flamme köcheln lassen. Wenn Zucchini und Kartoffeln weich sind, Suppe mit einem Zauberstab pürieren. Mit ein bis zwei Teelöffeln Curry würzen, dazu frisch gepressten Zitronensaft von ca. einer kleinen Zitrone, den obligatorischen Esslöffel Schmand unterrühren und mit in Butter gebackenen Schwarzbrotwürfeln und Kresse servieren. Lääääcker!

Übrigens bin ich ein Freund von guten Kochzutaten! Nicht nur, dass ich gern auf dem Wochenmarkt regionale Produkte kaufe, am Liebsten auch noch bio, falls erschwinglich. Aber ich finde auch, dass es einen enormen Unterschied macht, ob man ein günstiges oder hochwertiges Öl verwendet oder mit welchen Gewürze man seinen Gerichten die Krone aufsetzt (oder das Papphütchen). Als wir noch in Eppendorf gewohnt haben, habe ich mich regelmäßig bei Viola's eingedeckt – ein Mekka für Feinschmecker. Außerdem gibt es bei uns beispielsweise nur frisch gemahlenen Pfeffer oder Zitrone frisch gepresst. Konzentrat schmeckt nicht nach Zitrone und hat auch nur entfernt was mit Zitronensaft zu tun. Für die Suppe habe ich mich für den Orangencurry entschieden. Er ist mit Orangenschalen und sehr mild – passend für die gurkenverwandten Zucchini. Guten Appetit!

Die süße Plage

Egal wo man hin klickt, überall springt es einem ins Auge: Plage, Invasion, Überfall. Ich bin zwar in keinem vom Marienkäfern zugeparkten Strandkorb an der Ostsee gesessen, aber hier finden sich die possierlichen Tierchen ja auch überall. Ich finde das aber überhaupt nicht schlimm, denn schließlich sind Marienkäfer Sympathieträger und fressen obendrein noch Blattläuse. Was will man mehr?

Grund genug, endlich mal das seit Monaten angefangene Marienkäfer-Zippertäschchen fertig zu nähen, denn dank dem nützlichen Tutorial-Link von Simone weiß ich ja jetzt auch endlich wie's geht. Und für das erste – und noch dazu mit abgerundeter Öffnung stöhn – ist das schon ganz ansehnlich geworden. Immerhin geht der Reißverschluss auf und zu und alle Nähte sind halbwegs gerade.

28. Juli 2009

Und täglich grüßt das Murmeltier

Sagen Sie jetzt nichts, kochen Sie einfach nach: 500g Rinderhack, 2 Knoblauchzehen, 1 große Zucchini (gewürfelt), 2 Zweige Rosmarin, 1 kleines Glas Tomatenmark, 1/2 Tasse Wasser, Salz und Pfeffer, 1/2 Teelöffel Zimt, 2 Esslöffel Schmand, Oliven mit Anchovi-Füllung, Käsetortellini.

Übrigens: ich hab mal zwei Gabeln hingelegt, irgendwie gibt es hier immer mehr Mitesser. Guten Appetit!

Das rockt

Das passende Röckchen zum wiehernden Oberteil ist dann doch noch fertig geworden. Allerdings habe ich aus Zeitmangel und Mangel an Muse doch wieder die Ald.i-Ovi unter dem Tisch vorgezogen.

27. Juli 2009

Die Woche beginnt mit...

Sie fragen sich sicherlich, ob mir die Zucchini schon zu den Ohren raus hängen. Tun sie nicht. Die Tatsache allerdings, dass sie geradezu diktatorisch meinen Speiseplan bestimmen, beginnt mich ein wenig zu irritieren. Wundern Sie sich also nicht, wenn ich demnächst mal einen „Ravioli aus der Dose“-Tag einlegen muss. Als Kompensation zu diesem biodynamischen Speiseplan sozusagen.

Für die Tatsache, dass ich nun zwei Tage lang nicht geerntet habe, wurde ich nun mit etlichen Kilo belohnt. Zucchini, anyone?

Heute gab es nun auch endlich die schon angekündigten Zucchini-Frikadellen, die allerdings bei mir Puffer geworden sind, weil die einfach schneller gar sind.

Man nehme eine große Zucchini (weil ich heute nur große hatte) und einige Möhren. Im Verhältnis kann das ungefähr 1:1 sein – Möhren brauchen länger, bis sie gar sind, machen die Puffer aber süßer. Zucchini und Möhren werden vorbereitet (gewaschen, ggf. geschält) und mit einer groben Reibe gerieben. Im Vorteil ist die Hausfrau, die eine Küchenmaschine besitzt. Zucchini eine Weile stehen lassen und den Saft abgießen. Dann mit drei Eiern, ca. 100 g Parmesan, 1 Tasse zarten Haferflocken (oder Semmelbröseln), gehackten Kräutern (heute: Salbei und Thymian), Salz und Pfeffer vermischen. Die Masse ein wenig durchziehen lassen, noch mal gut umrühren. Mit einem Esslöffel kleine Häufchen in eine Pfanne mit erhitztem Olivenöl setzen und schön langsam und mit Geduld ausbacken. Schade, dass Sie kein Geruchsfernsehen haben.

Dazu gibt es heute eine eisgekühlte Jonnisbeerschorle, denn die Beeren im Garten warten nur darauf, gepflückt zu werden. Der Beerenertrag ist ungefähr zu vergleichen mit den Zucchinibergen, was aber daran liegt, dass die Menschen, die vorher in diesem schönen Garten gehaust haben, wohl echte Johannisbeer-Fans gewesen sein mussten. Es gibt Sträucher noch und nöcher, über den ganzen Garten verteilt.

24. Juli 2009

Zur Abwechslung mal...

Sie wissen nicht, was Sie kochen sollen? Bringen Sie doch mal ein bisschen Abwechslung in Ihren Speiseplan. Kochen Sie doch mal... Zucchini! Gäähn.

Menschen mit Zucchiniallergie haben jetzt sowieso schon weggeklickt, also werde ich hemmungslos weiter berichten.

Also heute mal Zucchini. Gratiniert. Hmmmm, lecker! Bislang kann ich wirklich noch nicht sagen, welches mein Lieblingsrezept wird. Dieses steht auf alle Fälle ganz oben auf der Liste.

Man nehme einige kleinere, dünnere Zucchini (im Rezept stehen 500g aber who cares?). Hier bin ich natürlich klar im Vorteil, denn ich pflücke einfach die, die am Besten in meine Auflaufform passen. Viertle sie der Länge nach und schichte sie nebeneinander in eine mit Olivenöl gefettete Auflaufform. Bei 225° ab in den Backofen, für ca. 15 Minuten. Während dessen zwei bis drei Fleischtomaten (ich hatte Strauchtomaten, mag ich lieber) in Scheiben schneiden, 150g Fetakäse würfeln, reichlich Kräuter hacken (ich habe mir Salbei, Rosmarin und Thymian gepflückt), zwei Eier mit 150 ml Milch (hier natürlich mit Sojamilch), Salz und frischgemahlenem Pfeffer verrühren. Die vorgegarten Zucchini aus dem Ofen holen, Tomatenscheiben darauf oder dazwischen schichten, Kräuter drauf, Käse darüber krümeln, Milch-Ei-Gemisch darüber gießen, 2 Esslöffel Sonnenblumenkerne oben drauf und für weitere 20 Minuten ab in den Ofen. Schmeckt sooo lecker.

Ich hab das ohne alles gegessen, aber es würden bestimmt gut Kartoffeln dazu passen.

Ansonsten ist es hier wirklich zum Wiehern, morgen Kindergeburtstag an der Ostsee und es fehlt noch das Röckchen dazu. Ich traue mich nicht an meine neue Nähmaschine. Dilemma!

Ein fröhliches und entspanntes Wochenende allerseits!

Och nöö!

Gestern ist Hermann bei uns eingezogen. Ich dachte, der Typ wäre schon längst in Rente gegangen. Nein, wir wurde nicht gefragt. Nein, ich wollte kein neues „Haustier“ haben. Und wann ich Kuchen backe, möchte ich – bitteschön – selbst entscheiden. Grrmmpf.

Jemand Interesse an einem Hermann-Baby? Na?

23. Juli 2009

Zucchini al Presto

Heute musste es schnell gehen. Deshalb habe ich vorerst auf die Zucchinifrikadellen verzichtet, mit deren Bild mir eine Freundin den Mund wässrig gemacht hat. Deshalb ein Turborezept.

Während man das Wasser für die Nudeln kocht (dank Induktionskochfeld geht das bei mir besonders fix), schneidet man zwei Knoblauchzehen klein, wäscht eine mittelgroße Zucchini und schneidet sie in Würfel. Knoblauch und Zucchini 2-3 Minuten in etwas Butter angedünsten, dann mit Sahne aufgegiessen (ca. 100 ml), köcheln lassen. In der Zwischenzeit hackt man einen ganzen Bund Schnittlauch und reibt ca. 150g Parmesan. Je mehr Parmesan man nimmt, desto würziger wird die Soße. Sind die Zucchini al dente, stellt man den Herd auf sehr niedrige Hitze, gibt erst den Parmesan dazu (gut verrühren), dann den Schnittlauch. Jetzt kann man den Topf vom Herd nehmen. Ein bisschen frisch gemahlenen weißen Pfeffer dazu, mit den Nudeln vermischen, fertig. Das Rezept ist ebenso schnell und einfach wie lecker.

Nachfolgend mal eine Ansicht meines persönlichen Naturwunders. Mittlerweile gewinnen allerdings die Kürbispflanzen die Überhand und wuchern nicht nur über die Zucchini, sondern auch über den Rasen. In einigen Wochen wird dann aus dem Zucchini-Blog ein Kürbis-Blog – soviel kann ich schon mal verraten...

ERFA-Tagung mit Kaffee und Kuchen

Im Handel und vor allem in Franchise-Systemen gibt es diese Institution „Erfa-Tagung”. Da treffen sich alle Partner (oder Franchisenehmer) in einem abgeranzten Flughafenhotel (Garni) in einem schlecht gelüfteten Konferenzraum im „Tagungszentrum“ des Hotels, das meist am hintersten Ende des Erdgeschossganges mit Blick auf das angrenzende Industriegebiet liegt. Sie trinken schlechten Kaffee, essen altbackene Konservenkekse, trinken Saftkonzentrat mit 5% Fruchtgehalt und tauschen sich aus. Am Ende haben alle Kopfschmerzen, sind dehydriert und denken sich Diesen Vollidioten aus XY hab' ich vielleicht gefressen.

Eine Hand voll Damen aus Hamburg traf sich gestern in Suburbia auch zu einer Art Erfa-Tagung. So ähnlich zumindest. Die Unterschiede waren allerdings frappierend. Neben leckeren Zucchini-Krabbeltierchen und Weltmeistertörtchen gab es frischgeschäumten Kaffee, Hollerblütenlimonade, Umarmungen und Gastgeschenke zur Begrüßung, fröhliches Geplapper und das Versprechen, bald eine nächste Runde folgen zu lassen. Das ganze mit Blick ins Grüne an einem gemütlichen Tisch, versteht sich.

Neben dem Austausch über Kinder, Küche, Nähen, Drucken, Basteln, Bloggen, Verkaufen und das Leben im allgemeinen und speziellen, war der kretaive „Output“, der sich da auf meinem Wohnzimmerboden ausgebreitet hat, grandios.

Wir haben uns gegenseitig unsere Sachen gezeigt, bewundert, befühlt.

Und dann haben wir getauscht.

Diesen Teil fand ich besonders toll, konnte ich doch zum Beispiel die großartigen Piepmätze der Damen Matjes & Meise mal „in echt“ bewundern und befühlen. So ein Linoldruck auf schönes Papier fühlt sich toll an! Einen Matjes habe ich darunter leider nicht entdeckt (wo war der eigentlich?), aber ich konnte mich sowieso schon nicht entscheiden und habe mir dann einfach ganz viel Federvieh ausgesucht – auch auf Notitzbüchern und meinem neuen Rezeptheft zum Selberreinschreiben. Hach.

Und die Sachen von Frau Gutschigutschi erst. Herzallerliebst! Ich hoffe, sie stellt bald mal ein paar Teile ihrer Produktion ins Netz, damit andere auch was davon haben. Die Sachen sind viel zu schön, um zu Hause zu verstauben (!). Für Frau Kännchens Reflektorfolie habe ich schon ganz konkrete Pläne

Frau Gutschigutschis Brustbeutelchen hat mich gleich zum Nachnähen inspiriert – demnächst stehen wieder eine Menge Geburtstage von kleinen Mäusen an und mein Geschenkevorrat ist ohnehin schwer geplündert.

22. Juli 2009

Watcha Wearing Wednesday

Nein, wir haben uns nicht vorher abgesprochen. Aber die Jeansrunde unterstreicht vielleicht, wie gut wir uns heute bei unserem sehr gemütlichen und entspannten Mini-Blogger-Tausch-Kaffeekränzchen in Suburbia verstanden haben. Von links nach rechts: Frau Gutschigutschi samt reizendem Tragling, Frau Hamburgerliebe, Frau (h) Meise, Frau (w) Meise und Frau Kännchen mit ihrem charmösen Begleiterchen.

Hach, was war das nett. Einzelheiten gibt es heute Abend (selbstverständlich mit Bild).

21. Juli 2009

So schön können Zucchini sein

Hätt' ich dich heut' erwartet, hätt' ich Kuchen da. (Ernie aus der Sesamstraße)

Ich bekomme morgen Besuch und bin schon ganz aufgeregt. Die Damen erwarten standesgemäß etwas gruseliges von mir, also habe ich kleine Krabbeltierchen gebacken mit meinem neuen Spielzeug von da. Nach dem Rezept von Frau Meise. Oder auch von hier.

Hätt'st du nur was gesagt, hätt' ich Musik bestellt. Und dich empfangen mit Trara!

Boah, lecka!

Von der Zucchini-Schwemme in unserem Garten habe ich ja bereits berichtet. Die ergiebigen Regenfälle der letzten Woche hatten zwar zur Folge, dass einige der kleinen grünen Würstchen, die mal große stattliche Zucchini werden wollten, kurz vor der Pupertät verfault oder verschimmelt sind. Faktisch bedeutete das allerdings lediglich, dass ich mich nun eine Weile nicht bei Nachbarn und Freunden mit meiner Ernte anbiedern musste, sondern „nur“ für den (täglichen) Eigenbedarf pflücken konnte.

Dass meine Familie aus lauter Banausen, äh... Feinschmeckern besteht, ist mir dabei wurstegal. Und diese Strategie scheint zumindest bei meinem Liebsten aufzugehen. Ich lasse ihm abends immer einen gnädigen Rest, der dann mit Ahjaa, so schmecken mir Zucchini! quittiert wird.

Und weil dies bei mir gerade so ein brandaktuelles Thema ist, werde ich Sie nun in der nächsten Zeit mit Zucchini-Zubereitungs-Variationen belästigen. Dies nur schon mal als Vorwarnung.

Den Anfang macht das ebenso simple wie geniale Antipasti-Rezept, dass ich sozusagen fußläufig aus der Toscana importiert habe. Da habe ich vor langer Zeit mal mit einer Schulfreundin einen Urlaub gemacht, in dem wir zufällig mitten in eine Weinlese gerieten. Unsere Vermieter nämlich, die auf einem Hof mitten im Nirgendwo wohnten, trommelten alle Nachbarn und Bekannten zusammen – so auch uns – und pflückten sich am Rande der Crete durch eine atemberaubende Landschaft. Eigentlich hätten Sie für unsere Hilfe auch noch Geld verlangen können, denn dieses Erlebnis bleibt mir unvergesslich. Ich schmecke noch heute die reifen Feigen, die wir in einer Pause zwischen zwei Weinbergen vom Baum pflückten. Das gemeinsame Abendessen an einer großen Tafel war obligatorisch und da gab es eben jene zubereiteten Zucchini als Vorspeise, die alle übrigens aus einer großen Pfanne gegessen haben. Klingt unglaublich kitschig, war es auch!

Man nehme also eine mittelgroße Zucchini, schneide sie in kleine Stifte, schäle ein bis zwei Knoblauchzehen. In reichlich Olivenöl werden Knoblauch, Zucchini und zwei bis drei Zweige frischer Rosmarin angebraten, bei mittlerer Hitze kurz durchziehen lassen, dann mit einem guten Schuss Balsamico ablöschen. Ein bisschen Salz und Pfeffer, fertig. Am Besten schmeckt es lauwarm mit einer Scheibe frischgebackenem 3-Minuten-Brot von Frau Kännchen. Schließen Sie die Augen und stellen Sie sich über den kargen Hügeln der Crete die untergehende Sonne vor. Göttlich!

Eine andere Erungenschaft habe ich bei Chefkoch.de gefunden. Die perfekte Zutat nämlich zu Zucchinigerichten mit Soße: gekörnter Senf. Ich sage Ihnen, Sie werden niederknien.

Die Zucchini werden in Olivenöl mit Knoblauch in der Pfanne gedünstet, mit Sahne aufgegossen. Man würzt mit Gemüsebrühe und gibt (mindestens bzw. nach Geschmack) zwei Teelöffel gekörnten Senf dazu. Die gewürfelten Tomaten werden ganz am Schluss nur noch etwas mit angewärmt, nicht gekocht, dazu Reis oder Couscous. Weil es so ein lecker Schmackofatz war, gab es das letzte Woche gleich zwei Mal. Schmeckt auch sehr lecker mit Rinderhack.

Na, Appetit bekommen? Ich verspreche unbedingt eine Forsetzung, mein Zucchinihügel zwingt mich dazu.

20. Juli 2009

No Chucks

Wir sind wieder da. Nach dem man ein kinderloses Wochenende IMMER genießen muss, haben auch wir es genossen. Mal abgesehen von der Tatsache, dass wir die meiste Zeit auf der Autobahn zwischen Ferienanfangsverkehr, Baustellenstaus und sintflutartigen Regenfällen verbracht haben, haben wir uns amüsiert. Wiesbaden – denn da waren wir zu einer Hochzeit eingeladen – ist ja ein reizendes Städtchen, ich habe zum ersten Mal ein bisschen was von der Stadt gesehen und bin entzückt.

Die kleine Perle am Rande des Taunus hat ein bisschen was von den prächtigen Bauten, wie man sie in München findet, dem elitären Charme der Hansestadt und eine antiquierte Bäderkultur wie in Baden-Baden ist allgegenwärtig. Zwischen Trauung am Mittag und Party am Abend hatten wir ein bisschen Zeit, die goldenen Ballerinas gegen Sneakers auszutauschen (ein Glück, dann doch...), ein bisschen zu flanieren, Schaufensterauslagen zu bewundern und einen Kaffee zu trinken.

Ein bisschen Hamburg gibt's überall.

Für den Abend haben wir ordungsgemäß die Chucks wieder gegen High Heels, die Jeans gegen Spitze getauscht und haben uns zum Jagdschloss Platte chauffieren lassen. Die ehemalige Ruine ist ein architektonisches Meisterwerk. Das Ambiente, hoch auf dem Berg in einem zerbombten Schloss an einer edel gedeckten Tafel zu sitzen, über einem ein gigantisches Glasdach und der Blick schweift über die ganze Region – kaum zu überbieten!

Die Rückfahrt dann wieder eher ernüchternd, acht Stunden auf der Straße, kleine Augen wegen akutem Schlafmangel. Als ich dann aber bei Allermöhe die Schafe auf dem Deich hab grasen sehen, hat mich ein wohlig warmes Gefühl ergriffen und ich habe mich unbändig gefreut. Auf: zu Hause.

Wer noch ein bisschen in Wiesbaden und zwischen einer illustren Hochzeitsgesellschaft bummeln gehen mag, klickt bitte hier.

16. Juli 2009

Bäääh.

Die Gruseligkeiten nehmen hier kein Ende nicht. Heute war hier Premiere und ich habe meinen aller-aller-ersten Versuch mit Freezerpaper gestartet. Das geht ja wirklich babyeialeicht, ich habe den Ausdruck mit meinem Buhgeist einfach mit Tesa drunter geklebt und losgeschnippelt.

Vorher habe ich mich von der sehr Freezer-erfahrenen Frau Kännchen beraten lassen und sie hat mir dringend von der hellen Farbe für dunkle Textilien mangels Deckkraft abgeraten. Deshalb hat sich Frau Schlau heute auch ein Loch in den Bauch gefreut, als sie Sprühfarbe in der Dose für Textilien entdeckt hat.

Leider ging der Versuch total in die Hose. Äh, ins Hemd. Schon während dem Sprühen haben sich auf dem Stoff kleine Fuzzelchen mit Farbe gebildet, die jetzt schön alle wieder abkrümeln.

Falls Sie sich also diese Erfahrung sparen wollen: kaufen Sie keine Textilfarbe in Dosen. Totaler Schrott, das.

Da zeige ich ihnen doch lieber die nächste Katastrophe in grünblau. Der Kragen schlabbert und an den Ärmeln habe ich mehr getrennt als genäht. Einziger Lichtblick: das kleine Ding hat dem neuen Kleidchen gnädig zugestimmt, wollte aber heute Morgen PARTOUT kein Foto von sich machen lassen.

Im Kindergarten kommt so eine vorwitzige 4jährige angelaufen und sagt zu meinem Großen Ey, deine kleine Schwester hat ja ein TOTAL cooles Kleid an! Na also. Geht doch.

Nur noch einmal schlafen und dann gibt es das ganze Gruselpack bei Kunterbuntdesign. Dann können Sie sich mal ordentlich selber gruseln. Ich für meinen Teil brauche dringend eine Gruselpause und fahre mit dem Liebsten über's Wochenende wohin, wo man keine Turnschuhe tragen darf. Eigentlich ja nicht so mein Ding. Aber davon erzähle ich ein anderes Mal.

Deshalb wünsche ich schon jetzt ein schönes, entspanntes Wochenende!

15. Juli 2009

Nachtgespenster geh'n durch Fenster und verschloss'ne Türen

Auch Nachtgespenster tragen ihre rostigen Schlüssel nicht einfach so mit sich rum. Ehrlich.

Ein Wink mit dem Schlüsselbund genügt... Sie wissen ja.

14. Juli 2009

buh!

Und nun? Ausgespukt?

Mitnichten. Nach der Arbeit ist vor der Arbeit. So nach und nach bekomme ich schon Previews von Gruselprojekten zugeschickt – schaurig schöne Dinge, die kreative Menschen aus Scary Joe und seinen Kumpels zaubern. Ich bin hin und weg. So nimmt die Inspiration eine ganz neue Dimension ein.

Mein Arbeitszimmer gleicht einem Gruselkabinett, überall fliegen Fledermäuse, Gruselgespenster und rockende Knochenmänner durch die Stoffstapel. Zeit, mal dem einen oder anderen einen festen Platz zuzuweisen. Auf einem zuckersüßen Röckchen, Himbeer-Pfirsich-Geschmack mit Zuckerkonfetti, zum Beispiel.

Aus der ursprünglich explizit als Jungsprojekt geplanten Stickserie ist eindeutig ein gemeinschaftliches Unisex-Gruseln geworden. Denn Buh! finden auch kleine Deerns cool!

Geisterstunde

Geisterstunde, Geisterrunde, Nachtgespenst uaah!

Geisterstunde, Geisterrunde, Mitternacht ist da!

Geisterstunde, Geisterrunde, bimbam Glockenklang!

Gesisterstunde, Geisterrunde, Mitternachtsgesang!

(Aus dem Hörspiel „Das kleine Nachtgespenst” von Ottfried Preussler)

Meine Damen und Herren, nach dem Sie sich die letzten Tage warmgegruselt haben, will ich nun den Vorhang erheben und die offizielle Geisterstunde einläuten: ab Freitag, den 17. Juli gibt es bei Kunterbuntdesign die allererste Hamburger Liebe Stickserie „Geisterstunde” zu kaufen.

Ich für meinen Teil bin ehrlich gesagt besonders aufgeregt, bin ich doch zu dieser Ehre wie die Jungfrau zum Kinde gekommen. Von Maschinenstickerei hatte ich ungefähr soviel Ahnung wie meine Kinder von Finanzbuchhaltung, aber die liebe Sonja von Kunterbuntdesign hatte sehr viel Geduld mit mir. Und so habe ich in den letzten Wochen nicht nur viel Zeit vor Caros Stickmaschine verbracht (Danke, meine Liebe!), sondern auch praktische Dinge gelernt, wie Sinn und Unsinn von Sprungstichen, Fadenwechsel und Stickvlies.

Und ich darf Ihnen jetzt schon mal androhen, dass dies nicht die letzte Strickserie war, die es von Hamburger Liebe geben wird.

(Falls Sie Scary Joe und Konsorten noch mal in groß sehen wollen, klicken Sie auf das Bild oder hier.)

12. Juli 2009

12 von 12

Wie immer, wenn der 12. auf einen Sonntag fällt, schummle ich ein wenig. Dieses Wochenende noch viel mehr, war doch dieser Sonntag eher... durchwachsen. Ausnahmsweise gibt es auch 13 statt 12 Bilder. Zu so später Stunde habe ich keinen Mut mehr zur Lücke. (Edit: Bevor jemand nachzählt, es sind doch 12 Bilder. Entweder aus geistiger Umnachtung oder ich war gestern Nacht mutiger, als ich dachte.)

Dank meiner momentanen Schlaflosigkeit starte ich den Tag schon früh zwischen Tornado ähnlichen Zuständen im Haus und Bergen von Wäsche. Ansonsten kein Problem, treibt es mir am Samstag frühmorgens einige Schweißperlen auf die Stirn, da wir Gäste zum Frühstück erwarten. Nach einem ausgiebigen Spät-Frühstück ziehen wir ins Troparium und verbringen da ein paar sehr schöne Stunden zwischen allerhand exotischem Getier, wie Riesentausendfüßlern, Fauchschaben und Riesenzackenbarschen. Ich bin immer wieder fasziniert von der Gestaltung der einzelnen Lebensräume der Tiere und kann das Troparium Hamburg-Besuchern nur wärmstens als „Place to go” ans Herz legen.

Schwimmende Handtäschchen zum Greifen nah.

Sehr coole Hautfarbe mit den Zeug zum nächsten Sommertrend.

Den nächsten Morgen starte ich leider auch wieder sehr früh. Während meine Lieben noch friedlich in ihren Kissen schlummern, schleiche ich mich an die Nähmaschine und arbeite an dem supergeheimen Gruselprojekt für die nächsten Tage. Mein Großer war heute auch ein Frühaufsteher und leistet mir bald Gesellschaft. Ihm zum Dank lerne ich die eher übersichtliche Anzahl von Zierstichen meiner Maschine nach fast 20 Jahren endlich mal lückenlos kennen.

Noch ein bisschen Zuschnitt, denn das neue Maschinchen ist hier am Freitag eingezogen. Leider bin ich noch völlig ahnungslos und die Komplexität der neuen Ovi überfordert mich sonst sehr Technik affinen Menschen.

Was man aus Nähabfall alles machen kann...

Später, nach dem auch die letzten Langschläfer aus den Betten gefunden haben, entschliessen wir uns, das gute Wetter an der Küste zu suchen und machen uns auf den Weg an die Ostsee. Immer auf der Suche nach einem Hundestrand, der nicht total überlaufen, nicht übersäht von Tretminen und nicht an den allerletzten Müllabschnitten der Badeorte liegt, haben wir auch diesmal wieder ein unbekanntes Ziel. Am Strandimbiss nehmen wir erst mal einen kleinen Snack zwischen Pommes rotweiß und blauen Plastiktischdecken. Die russischen Sin.alco Flaschen waren da ziemlich passend.

Der Strand ist total leer, eigentlich schön. Der Haken: die totale Algenpest, ein Gestank zum davon laufen. Der Hund stürzt sich erst mal in eine schwarze Soße, die aussieht wie eine leibhaftige Ölpest, steigt wie Aschenputtel aus dem Meer, schwarz bis unter die Augen. Brrr! Wir suchen uns also einen Abschnitt, an dem sich der Hund wieder sauber baden kann, breiten eher verhalten unsere sieben Sachen aus und lauschen den Wellen. Kinder sind da viel unkomplizierter. Unsere zumindest. Bei Strand und Meer sind sie IMMER Feuer und Flamme.

Das ist einfach nicht mein Tag. Der latente Schlafmangel macht sich langsam bemerkbar. Es stinkt, ich friere und die schwarzen Wolken drücken mir auf's Gemüt. Die Lektüre von traumhaften Urlaubs- und Ausflugszielen macht es nicht besser.

Passend zur Stimmung machen wir uns im Platzregen auf den Heimweg und hören Michel aus Lönneberga im Auto. Meiner Meinung nach das Highlight des Tages.

Jetzt widme ich mich bei einem Glas Wein noch meinem neuen Spielzeug und warte auf den Geistesblitz, wie ich denn nun die richtigen Hebel runter- oder rauf-, vor- oder zurückschieben muss, um endlich mal die richtige Fadenspannung dieser futuristischen Maschine zu entlocken.

Danke für's Zusehen! Die liebe Frau Draußen nur Kännchen hat eine Sekretärin angestellt und deshalb gibt es auch weiterhin die Liste bei ihr!